Impulse

Warum mich die Kunsttherapie staunen lässt

2015 war ich am iac im Einführungsseminar für die Gestaltungs- & Maltherapie, da hab ich ihn zum ersten Mal erlebt, diesen berührenden wow-Moment.

Etwas Diffuses, das irgendwo in mir da war, das ich aber weder richtig einordnen noch in Worte fassen konnte, wurde während einer Gestaltung plötzlich ganz klar. Ohne dass ich es forciert hätte, nicht durch Nachdenken, Analysieren oder dem Suchen nach Verständnis, waren Klarheit und Erkenntnis einfach da.

Bis heute sind das für mich die schönsten Momente in der Kunsttherapie.

Nicht ich als Therapeutin kann sie erzeugen, ich kann nur den Raum bereitstellen, die Atmosphäre mitgestalten, unterstützen und für Sicherheit sorgen, damit sie möglichst entstehen können. Diese besonderen, manchmal überraschenden Momente entstehen im Menschen selbst. Im gestalterische Tun zeigt sich plötzlich eine Erkenntnis, mit der ich manchmal selbst nicht rechne. Und genau das bringt mich auch heute immer wieder ins Staunen.

Oft ist der kunsttherapeutische Zugang nicht so klar. Er ist nicht das, was wir aus unserem Alltag kennen. Es brauchte für mich Mut, mich darauf einzulassen, Dinge auszuprobieren und in mich hineinzuhören, vor allem bei schwierigen Themen. Und es brauchte das wiederholte Erleben, dass in einer Gestaltung etwas bedeutendes sichtbar werden kann. Daraus wuchs Vertrauen. Und aus diesem Vertrauen entstand mit der Zeit eine tiefe Sicherheit, dass das, was auftaucht, seinen Sinn hat.

2022, drei Jahre Grundausbildung, ein Jahr Pause, ein Jahr medizinische Grundlagen und zwei weitere Jahre Aufbauausbildung später zeigte sich für mich eine weitere wichtige Erkenntnis: Erst ganze acht Jahre später war ich wirklich bereit, mich gewissen eigenen Themen zu stellen.

Oft hätte ich mir schnellere Prozesse gewünscht. Gleichzeitig weiss ich tief in mir, dass ich für gewisse Schritte noch nicht bereit war. Mit der Zeit habe ich verstanden, dass innere Prozesse ihren eigenen Rhythmus haben. Manche Schritte geschehen überraschend schnell, andere brauchen Zeit.

Natürlich gab es dazwischen und auch danach viele weitere Erfahrungen und Erkenntnisse. Dazu vielleicht später mehr. Und natürlich ist Kunsttherapie noch viel mehr als diese besonderen Momente. Aber sie prägen meine Haltung entscheidend. Sie tragen mein Vertrauen, dass dieses tiefe Wissen auch in dir steckt.

Ich begleite auch Dich gerne dabei, mit dem Diffusen und Unklaren in Dir umzugehen. Mit dem Nicht-Wissen, warum sich etwas schwer anfühlt oder wie Du aus einer belastenden Situation wieder herausfinden kannst. Und dabei, Schritt für Schritt Vertrauen wachsen zu lassen. In Dich und Deinen eigenen Weg.

Melde Dich gerne
Herzlich
Debi

#Im Schweren nicht allein, kunsttherapeutisch begleitet
#Vertrauen wächst im Tun