Wie finde ich eine Therapeutin die zu mir passt?
Die Suche nach einer Therapeutin oder einem Therapeuten kann herausfordernd sein. Nicht jede Form von Therapie wirkt gleich, und nicht für jede Person sind dieselben Dinge entscheidend. Ich schreibe diesen Text aus meiner Sicht als Kunsttherapeutin, also auch mit einer eigenen Färbung.
Ich hoffe dass Dir der folgende Text etwas Orientierung gibt und Dir Hoffnung & Mut macht, Dich auf Deine Suche einzulassen.
Ich verwende der Einfachheit halber die weibliche Form Therapeutin, gemeint sind aber natürlich alle Geschlechter.
1. Es darf menschlich passen
Therapie lebt von Beziehung. Kein Ansatz ersetzt das Gefühl, gesehen und verstanden zu werden und das ist massgeblich von der Passung der Person Dir Gegenüber abhängig.
Ein erstes Gespräch oder Telefonat kann Dir helfen zu spüren: Fühle ich mich mit dieser Person wohl genug, um ehrlich zu sein? Und gleichzeitig gilt auch:
2. Vertrauen darf wachsen
Es ist normal, wenn sich am Anfang nicht alles sofort gut oder stimmig anfühlt. Vertrauen entsteht über Zeit. Gib deshalb Dir und auch der Therapeutin Zeit, damit Vertrauen entstehen kann.
Deine Therapeutin kann Dich nicht sofort vollständig verstehen, aber sie sollte Dich ernst nehmen und wertschätzen. Wenn Missverständnisse entstehen oder Du Dich verletzt fühlst, sei mutig und sprich es wenn möglich an. Du musst Deine Therapeutin nicht schützen, weil es Deine Therapiezeit ist. Und Du entscheidest, wie weit Du gehen möchtest und wann Du Dich sicher fühlst.
Gerade in der Kunsttherapie braucht auch der Ansatz selbst Zeit. Sie wirkt nicht wie ein Medikament nach einer halben Stunde, sondern ist Prozessarbeit. Und Prozesse haben ihre eigene Geschwindigkeit.
3. Deine Stimme zählt!
Du darfst Fragen stellen, Unsicherheiten äussern und sagen, was Dir wichtig ist. Es braucht Mut und Zeit, sich zu öffnen und schwierige Gefühle anzusprechen, aber genau das macht Therapie zu einem wertvollen Übungsraum für Deine Entwicklung.
Nimm wahr und versuche, so wie es für Dich geht, auch gegenüber Deiner Therapeutin anzusprechen, was Dir wichtig ist.
4. Finde immer genauer heraus, was Du Dir von der Therapie erhoffst
Gerade zu Beginn ist das oft noch nicht ganz klar. Aber im Laufe der Zeit kannst Du immer mehr herausfinden, was Du eigentlich suchst. Du darfst jederzeit auch frühere Formulierungen anpassen! Das hilft nicht nur Dir, sondern auch der Therapeutin auf Dich passend einzugehen oder einzuschätzen, ob sie die richtige Begleitung für Dich sein kann.
5. Die Rahmenbedingungen zählen mit
Ort, Häufigkeit, Kosten, Methode, all das spielt eine Rolle.
Stell Dir vor, Du fühlst Dich mit Deiner Therapeutin sehr wohl, aber der Weg zur Praxis ist zu lang oder die Sitzungen sind zu teuer. Das kann den Prozess erschweren. Achte also auch auf praktische Dinge und versuche, Bedingungen zu finden, die zu Deinem Leben passen.
Falls es Dir an finanziellen Ressourcen fehlt: Gib Deine Suche nicht auf! Therapie sollte für jedes Budget möglich sein. Dazu später ein weiterer Text mit konkreten Tipps.
6. Es darf auch nicht passen und Du darfst wechseln
Manchmal merkt man nach ein paar Sitzungen: Es stimmt doch nicht. Vielleicht fehlt das Vertrauen, vielleicht ist die Art der Begleitung nicht stimmig. Das ist kein Scheitern, sondern ein wichtiger Schritt auf Deinem Weg. Du darfst die Therapeutin wechseln und Du darfst das auch transparent formulieren.
Und wenn eine Therapie sich sogar belastend oder überfordernd anfühlt, ist es umso wichtiger, genauer hinzuschauen. Auch dazu ist ein eigener Text angedacht.
7. Mut und Selbstachtung
Der erste Schritt, Hilfe zu suchen, ist schon eine grosse Leistung. Wenn Du Dich auf diesen Weg machst, zeugt das von Stärke und Selbstliebe. Gib nicht auf, wenn es nicht aufs erste Mal klappt. Das ist normal. Jeder Schritt bringt Dich weiter. Du bist auf dem richtigen Weg. Auf Deinem Weg. Trau Dich, verschiedenes auszuprobieren und hab Vertrauen in Dich selbst. Es gibt nicht den einen wahren Weg und Fehler sind erlaubt.
Alles Gute für Deine Suche!
Debi
P.S. Wenn Du einen Themenwunsch oder Gedanken zum obigen Text hast, melde Dich gern.
Angedachte weitere Themen:
Wie finde ich eine passende Therapieform für mich?
Was, wenn ich mir Therapie nicht leisten kann?
Was, wenn sich Therapie belastend anfühlt oder mich überfordert?
P.P.S
Für den Feinschliff habe ich digitale Unterstützung genutzt. Um meine Gedanken klarer zu formulieren und Dir ein besseres Leseerlebnis zu ermöglichen.